Stellare Verbindungen

Das Werk besteht aus Fotofiltern und Fotolinsen, die in einer Aluminiumscheibe befestigt sind. Ein Lichtprojektor strahlt die sich geringfügig drehende Scheibe an und wirft farbiges Licht in sich verändernden Konstellationen auf Wände, Kanzeln oder andere Raumelemente – ein möglicher Hinweis auf Projektion in Religion und Psychologie. Mit Ludwig Feuerbach, dem Philosophen und Religionskritiker, gesprochen: „Was er (der Mensch) selbst nicht ist, aber zu sein wünscht, das stellt er sich in seinen Göttern als seiend vor.“

Von Augenblick zu Augenblick verändern sich die stellaren Verbindungen. Sie erscheinen in variablen Konstellationen auf den Projektionsflächen der Kirchen und erinnern an einen bunten Sternenhimmel oder eine blühende Blumenwiese. Verbirgt sich ein göttliches Licht hinter den Abbildungen und Projektionen?

Die Frage nach dem möglichen spirituellen Hintergrund wird kontrastiert durch die Sichtbarkeit des nachvollziehbar Irdischen, zum Beispiel in der Lesbarkeit von Herstellernamen und Brennweiten der Fotofilter aus der analogen Zeit. Alles scheint entschlüsselt sichtbar – etwa der Strahler, die Filter und ihre frühere Funktion. Dennoch entsteht in dem Werk in der Interaktion mit Raum und Zeit etwas scheinbar Magisches.

Dahlhausens Werk erinnert formal an das Kirchenfenster aus farbigen Quadraten von Gerhard Richter im Kölner Dom, es kehrt allerdings die Projektionsrichtung um.

Ein Werk von Christoph Dahlhausen