Spiritus Sanctus

Manche halten ihn für eine Kraft, unsichtbar, die alles durchdringt, ein Lebenshauch. Andere für eine Quelle der Inspiration, von der schöpferische Impulse ausgehen. An Definitionen, was der Heilige Geist sein könnte, arbeiten sich Gelehrte seit Jahrtausenden ab. Auch Diana Ramaekers leistet einen Beitrag – freilich als Künstlerin, die Denkräume eröffnet und Raum für Interpretationen bietet. Der Heilige Geist habe schon seit jeher die eigene Fantasie beflügelt, „weil er ungreifbar, abstrakt und schwer zu deuten ist“, sagt sie.

Ihre Installation „Spiritus Sanctus“ (dt. „Heiliger Geist“) zeigt drei aus flachem Glas angedeutete Wasserlachen, die bläulich schimmern und Licht – je nach Perspektive – regenbogenfarben reflektieren; als berühre der Heilige Geist sanft das Wasser mit einem flirrenden Schleier. Ein Moment der Erkenntnis? Ein Geistesblitz?

Auch eine physikalische Beschreibung ist möglich: Interferenz nennen Physiker das Phänomen, bei dem sich Lichtreflexionen überlagern, um sich zu verstärken oder auszulöschen. Auf diese Weise entsteht das sogenannte Interferenzlicht. Man kann es in der Natur beobachten: beim regenbogenfarbenen Schillern von Perlen, von Seifenblasen oder einem Ölschleier auf Wasser.

Im deutungsoffenen Werk steht Wasser auch als Metapher für das Leben. Davon erzählt auch die Bibel. „Und wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ (Offenbarung 22,17)

Ein Werk von Diana Ramaekers