falling lights and rising shadows

Bewegte Bilder erscheinen bei der Installation des Künstlerduos Krüger und Prothmann auf Kirchwänden und treten in Interaktion mit der Architektur sakraler Räume. In filmischen Sequenzen sind Fragmente von Hell-Dunkel-Formationen zu sehen, die in einer Endlosschleife auf Wände projiziert werden und vielfältige Assoziationen zulassen: Schatten wandern, steigen auf, verschwinden und machen Platz für Lichtstrahlen, die sich in bewegendem Wasser brechen und auffächern. Licht und Schatten erscheinen wie eine Einheit, untrennbar, einander bedingend.

Der Titel des Werks „falling lights and rising shadows“ (dt. „Sinkende Lichter und aufsteigende Schatten“) deutet an, dass die aufsteigenden Schatten die Oberhand behalten könnten. Als Drohung vor nahendem Unheil? Gebärden finsterer Mächte?

Schatten bieten auch Schutz und Zuflucht. In Psalm 36,8 ist zu lesen: „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!“ An anderer Stelle spricht Gott: „Ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich unter dem Schatten meiner Hände geborgen.“ (Jesaja 51,16) Zudem verweisen Schatten im biblischen Kontext auf die Vergänglichkeit des Menschen: „Der Mensch gleicht dem Hauch (o. Dunst). Seine Tage sind wie ein vorübergehender Schatten.“ (Psalm 144,4).

Die Lichtverhältnisse und Projektionsflächen unterscheiden sich von Kirche zu Kirche. Wände, auf die bewegte Bilder projiziert werden, sind mal eben, mal grob, und unterschiedlich strukturiert. Die filmischen Sequenzen erzielen daher von Ort zu Ort einzigartige Wirkungen.

Ein Werk von krüger prothmann